Du hast ein Manuskript geschrieben und möchtest damit nun an die Öffentlichkeit gehen, aber du hast schon mehrfach gehört, dass man vorher unbedingt ein Lektorat in Anspruch nehmen sollte.
Du lässt dir bereits Angebote von verschiedenen Dienstleistern erstellen, siehst danach auf dein Bankkonto und denkst dir: Nein, dann lieber nicht. Meine Rechtschreibung und Zeichensetzung sind doch gut, warum sollte ich noch Geld für ein Lektorat ausgeben?
Das denken viele Autoren! Das Lektorieren eines Manuskripts hat jedoch nichts damit zu tun, wie gut du mit der deutschen Rechtschreibung vertraut bist (>> Artikel). Hier spielt viel mehr eine Rolle, ob dein Text stringent ist und keine Sinnfehler vorhanden sind. Häufig sieht man selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht. Man setzt viele Dinge voraus, die man als Autor der eigenen Geschichte selbstverständlich weiß, der Leser jedoch nicht. So kann das Geschriebene an manchen Stellen vielleicht verwirrend sein, weil sich z. B. temporale oder Logikfehler eingeschlichen haben. Diese fallen dir als Autor nicht unbedingt auf, da du viel zu sehr in deiner Story involviert bist. Dein Lektor hingegen bemerkt diese Unstimmigkeiten und wird dich darauf aufmerksam machen. Er ist praktisch dein Probeleser vor der Buchveröffentlichung.
A propos Probeleser: Dies ist ebenfalls eine gute Methode, eine erste Rückmeldung über unklare Inhalte im Manuskript zu erhalten. Ein weiterer Vorteil, den Testleser bieten, ist der erste Eindruck und das Feedback zu deinem Werk. Die Rückmeldung dieser Leser zeigt dir, wie dein Manuskript ankommt und gibt dir darüber hinaus noch wertvolle Denkanstöße, was du an deiner Geschichte verbessern könntest, sodass deine Markt- und Verkaufschancen steigen.
Jedoch soll an dieser Stelle auch gesagt sein, dass ein Testleser niemals ein professionelles Lektorat ersetzen kann, aber er kann helfen, bestimmte Fehler im Vorfeld zu bereinigen.
Gibst du dein Manuskript nach deiner Überarbeitung dann in professionelle Hände, oder eher Augen, dann kannst du den ein oder anderen Euro sicher sparen. Denn je fehlerfreier das Geschriebene ist, desto weniger Arbeitsaufwand hat dein Lektor, und somit wird er dir sicher mit dem Preis etwas entgegenkommen.
Bestenfalls niemand aus der Familie oder dem Freundeskreis! Deinen Eltern oder deinem besten Freund hast du vielleicht schon daraus vorgelesen oder zumindest davon erzählt. Daher können sie gar nicht unvoreingenommen ihre Meinung kundtun. Außerdem kennen sie dich viel zu gut, weshalb sie sich manche Ungereimtheiten selbst erklären können und dich gar nicht erst darauf aufmerksam machen werden.
Wenn du möchtest, dass dein Manuskript nicht allzu weit herumgereicht wird, dann suche dir alternativ jemanden aus dem weiteren Bekanntenkreis, z. B. der Freund von einer Freundin der Cousine. ;-)
Eine wirklich ungeschönte und unvoreingenommene Rückmeldung wirst du eher von einer außenstehenden Person erhalten.
Darüber machen sich verständlicherweise die meisten Autoren Sorgen.
Hierbei brauchst du nur ein paar Dinge zu beachten:
Wenn es dir dennoch zu unsicher ist, dein Werk in fremde Hände zum Lesen zu geben, dann bietet sich eine einfache Alternative: ein Korrekturprogramm. Es gibt verschiedene Programme, auch kostenfreie, die einen Text auf Fehler überprüfen. So hast du zumindest einen Teil des Korrektorats gespart, nicht aber des Lektorats!
Wobei wir schon beim nächsten Thema angelangt sind: Der Unterschied zwischen Lektorat und
Korrektorat (s. Artikel "Was ist der Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat?").
Kurz gesagt werden beim Korrektorat gewöhnliche Satzzeichen-, Schreib- und Tippfehler behoben. Das soll an dieser Stelle nur kurz angerissen werden. Wenn du noch mehr über den Unterschied von Korrektorat und Lektorat wissen möchtest, lies dir am besten unseren
Artikel
dazu durch.
Ein Korrekturprogramm kann bestenfalls die Rechtschreibung und Zeichensetzung übernehmen, jedoch niemals die Einschätzung eines Menschen ersetzen. Um wirklich Sinnfehler, Stilfehler oder auch den Lesefluss auszubessern, ist ein Lektorat notwendig.
Stell dir nur Folgendes vor: Du veröffentlichst dein Buch unlektoriert, dein Protagonist stirbt nach 280 Seiten und lebt zwei Seiten später wieder. Wenn es nicht gerade ein Vampirroman oder eine Fantasygeschichte ist, wäre das doch sehr peinlich.
Aber Spaß beiseite. ;-)
Fazit: Ein Lektorat ist in jedem Fall immer anzuraten, egal wie gut deine Rechtschreibung oder dein Ausdruck sind. Auch wenn es im Vornherein bedeutet, dass du etwas Geld in die Hand nehmen musst. Doch wenn du schon so viel Arbeit und all dein Herzblut in ein Manuskript gesteckt hast, wäre es doch zu schade, keine 100 % für die Buchveröffentlichung zu geben.
Tipp: Falls du knapp bei Kasse bist und dir im Moment kein Lektorat leisten kannst, versuche es mal bei einem Germanistikstudenten. Vielleicht macht er dir einen guten Preis, wenn ihm dein Buch gefällt und du ihm ein Gratisexemplar deiner Erstauflage zusagst. ;-)
Ist dir das letztlich alles zu kompliziert und kostspielig, bewirb dich mit deinem Manuskript doch einfach bei einem Verlag. Im Gegensatz zum Selfpublishing ist dort das Lektorat für gewöhnlich mit inbegriffen. Vielleicht hast du Glück, dass dem Verlag dein Werk zusagt, und bestenfalls wirst du ins Verlagsprogramm aufgenommen.
Mehr zur Veröffentlichung als Selfpublisher oder als Verlagsautor im nächsten Artikel (folgt).
Es freut mich, wenn ich dir einen kurzen Einblick in die Welt des Lektorats geben konnte und wünsche dir gutes Gelingen beim Schreiben und deiner Buchveröffentlichung.
ZAHLUNGSMETHODEN
PayPal und Überweisung
VERSAND
KUNDENSERVICE
Verlag dauerhaft geschlossen!